Etwa 160 Kinder der Religionsgruppen der 3. und 4. Jahrgänge saßen erwartungsvoll in der Turnhalle wie in einem Rettungsboot auf den Matten und lauschten Rettungshelfer Martin Kolek, der auf der Sea-Watch2 als 1. Offizier und auf der Sea-Watch3 als ´Gäste-Koordinator` die Seenotrettung von geflüchteten Menschen selber mitgemacht hat.

Er nahm die Lehrkräfte und Kinder auf eine spannende Reise ins Mittelmeer mit. Im Religionsunterricht hatten die Kinder sich zuvor im Zusammenhang mit dem adventlichen Thema „Macht die Türen auf“ mit geflüchteten Menschen, die bei uns anklopfen und neue Heimat suchen, beschäftigt. Ausgerüstet mit Rettungswesten wurden die Kinder so lebendig durch Fotos und Filme von Herrn Kolek auf das Leben, die Gefahren und Besonderheiten auf dem Meer eingestimmt, dass sie selber meinten nass geworden zu sein. Sehr sensibel erfuhren die Kinder von Rettungsaktionen auf offener See, die genau vorbereitet und Hand in Hand von einem zuverlässigen Team durchgeführt wurden. Das Wichtigste ist, die Menschen in den überfüllten Booten mit Rettungswesten zu versorgen, die so entscheidend für das Überleben sind. „Konntet ihr alle Menschen in Sicherheit bringen? Hat auch das Baby auf deinem Arm überlebt?“ Zahlreiche Fragen stellten die Kinder. Herr Kolek beantwortete sie auf kindgerechte Weise und enthielt ihnen auch die Realität des Todes, der für zahllose Menschen die hoffnungsvoll begonnene Reise beendet hat, nicht vor. Sehr still wurde es als die Bilder des Friedhofs in Armo bei Reggio de Calabria, der eine Gedenkstätte für die Opfer ist, gezeigt wurden. „Viele Menschen konnten wir retten und ihnen nach der ersten Versorgung an Bord unseres Schiffes mit Essen, Waschgelegenheit und Kleidung eine neue Zukunft bieten. Mit einigen bin ich auch heute noch befreundet und halte Kontakt. Aber auch die Politik in Europa muss helfen, damit wieder Boote auf das Meer hinausfahren können, um weiter Menschen retten zu können, die sonst hilflos den Gewalten des Wassers ausgeliefert sind. Und natürlich sollten wir auch den Menschen in Italien und Spanien Arbeit abnehmen und helfen, diese Menschen aufzunehmen. Alle Menschen haben ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben.“

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